Bischof Marketz: Befremdliche Aussagen zu Kärntner Jubiläumsjahr

Behauptung, dass Minderheit seit 100 Jahren vom Auslöschen bedroht ist, macht einen sprachlos

Mit Befremden kommentiert der Kärntner FPÖ-Landesparteichef Klubobmann Mag. Gernot Darmann Aussagen des Kärntner Diözesanbischofs Josef Marketz bei einer Tagung zum Jubiläum 100 Jahre Kärntner Volksabstimmung. „Wir haben uns als FPÖ bewusst zurückgehalten und die Entscheidung, dass ein Kärntner Slowene Bischof geworden ist bewusst nicht kommentiert, in der Hoffnung, dass Marketz sein Amt ausgewogen ausüben wird. Doch mit seinen Äußerungen zum Jubiläumsjahr wird er diesem Anspruch leider nicht gerecht.

„Der Bischof agiert erkennbar einseitig, wenn er behauptet, dass die slowenische Minderheit seit 100 Jahren von Gewalt und Auslöschen bedroht sei und wenn er ein Denkmal für Hans Steinacher, der den geistigen und militärischen Abwehrkampf 2018 organisiert und damit die Volksabstimmung erst möglich gemacht hat, ablehnt“, stellt Darmann fest.

Wen, wenn nicht Steinacher sollte Kärnten 100 Jahre später in dankbarer Erinnerung behalten! Marketz ignoriert dies und fordert stattdessen Denkmäler für Valentin Inzko sen. und Ernst Waldstein, was im Zusammenhang mit dem Gedenken an die Volksabstimmung völlig verfehlt ist. Inzko war am 10. Oktober 1920 noch gar nicht auf der Welt und Waldstein war 1920 ein Kleinkind“, erklärt Darmann.
Ein Aufrechnen des Organisators des Abwehrkampfes Hans Steinacher mit zwei Persönlichkeiten, die sich viel später für das friedliche Miteinander im Land eingesetzt haben, sei keine Erinnerungskultur, die man von einem Bischof erwarten würde.

Es passe nicht zu einem Bischof, wenn er die jahrzehntelange bemühte Minderheitenpolitik der Republik und des Landes Kärnten samt großzügigen Förderungen in einer Art abqualifiziere, die nur als ideologisch eingeengt und historisch faktenwidrig beschrieben werden könne. „Die Behauptung, dass die slowenische Minderheit seit 100 Jahren vom Auslöschen bedroht ist, macht einen sprachlos“, betont Darmann

„Wir raten dem Bischof, dass er hinkünftig solche fragwürdigen historischen Bewertungen unterlässt und sich als Oberhirte der gesamten Bevölkerung, nicht nur der Minderheit, versteht. Wir erwarten auch, dass er sich für das Miteinander im Land einsetzt“, erklärt Darmann.

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