Wertschätzung statt Vorwürfe und Zwänge für Pflegekräfte

Personal in Pflegeheimen wurde in Corona-Krise im Stich gelassen – Strenge Besuchsregelung muss im Sinne der Bewohner und Angehörigen sofort gelockert werden

 FPÖ-Landesparteichef Klubobmann Gernot Darmann warnt davor, einen direkten oder indirekten Druck auf die Mitarbeiter in den Pflegeheimen aufzubauen, sich gegen Corona impfen zu lassen. „Abgesehen davon, dass diese Entscheidung höchstpersönlich zu treffen ist, verdienen Pflegekräfte öffentliche Wertschätzung statt Vorwürfe durch die Politik. Bei der Beurteilung der bisherigen Impfquote hat man völlig darauf vergessen, dass gerade in Kärnten fast 1.000 Pflegekräfte in den Heimen bereits mit dem Virus infiziert worden sind und damit auch für eine längere Zeit immun sind. Deswegen sind persönliche Vorbehalte jeder einzelnen Person – ob Pfleger oder nicht – zu respektieren. Die Regierung wäre gut beraten, hier von Drohungen mit direkten oder indirekten Zwängen endlich Abstand zu nehmen“, erklärt Darmann.

Ihn wundere es nicht, dass viele Pflegeheim-Mitarbeiter eine große Distanz zur Bundes- und Landesregierung aufgebaut haben. „Informationsmaterial, das von dieser Seite kommt, hat für viele Bürger jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Viele Pflegekräfte in den Heimen fühlen sich in der Corona-Krise mit Recht vollkommen im Stich gelassen. Sie wurden bis zuletzt trotz anderslautender Versprechungen nicht mit ausreichend Schutzmaterial ausgestattet und im Gegensatz zu den Krankenhäusern wird das Personal auch nicht aufgestockt, wenn Corona-infizierte Bewohner betreut werden müssen“, so Darmann. „Es wäre dringend nötig, dass man dem Personal in den Heimen endlich Wertschätzung in Form von entlastenden Maßnahmen entgegenbringt, statt Druck aufzubauen.“

Hinsichtlich der strengen Besuchsregelung in den Heimen fordert der FPÖ-Chef eine sofortige Lockerung. „Besuche unter entsprechenden Rahmenbedingungen müssen im Sinne der Bewohner und der Angehörigen ohne Einschränkung auf einen Besuch pro Woche gestattet sein! Jeder Besuch mit vorherigem Negativtest und zusätzlich Verwendung einer FFP2-Maske ist sicher, trägt zum Wohlbefinden der Heimbewohner bei und wirkt der Vereinsamung entgegen“, betont Darmann.

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